Two Point Museum
Detailinformationen
Pro/Contra:
| Kategorie | Pro | Contra |
|---|---|---|
| Spielspaß |
Positive Atmosphäre Zugängliche aber tiefgehende Spielidee Humorvolle und comichafte Gestaltung 2 Modi: Kampagne und Sandbox Gute Einführung ins Spiel |
Kann unübersichtlich werden Einige Mechaniken wirken repetitiv und sinnbefreit Langsamer Fortschritt |
| Pädagogik |
Gibt einen Einblick in den wirtschaftlichen Betrieb eines Museums „Management-Kompetenzen“: Systematisches, strategisches und kreatives Denken werden geschult Räumliches Vorstellungsvermögen wird gefördert |
Gender: sehr männlich-lastig, vor allem bei den Bediensteten Kaum historische und wissenschaftliche Tiefe – keine Wissensinhalte zu Exponaten Keine kritische Auseinandersetzung mit Museumsarbeit und -ethik zeitintensiv |
Spielbeschreibung
Im Spiel „Two Point Museum“ tauchen Spielende in die Rolle eines Kurators und versuchen ein oder mehrere Museen gleichzeitig zu leiten und auszuschmücken. Dabei müssen sie Forschende auf Expeditionen entsenden, um den Besuchenden neue Ausstellungsstücke präsentieren zu können. Das Ziel ist es, nicht nur Museen mit möglichst vielen Exponaten und Führungen aufzubauen, sondern auch den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten und auf das Personal und dessen Bedürfnisse zu achten sowie die Museen wirtschaftlich profitabel zu gestalten.
Spielbewertung
Die Simulation „Two Point Museum“ besticht mit seiner comichaft und positiv gestalteten Atmosphäre. Zu Beginn wird den Spielenden die grundlegende Steuerung beigebracht. Im weiteren Verlauf gibt es immer wieder visuelle und akustische Hinweise auf Probleme und Aufgaben. Das Spiel ist mit einem angenehmen und unauffälligen Soundtrack hinterlegt, zusätzlich gibt es ein Museumradio, das skurrile und humorvolle Meldungen von sich gibt. Trotz der deutschen Vertonung muss man sinnerfassend lesen können, um Aufgaben lösen zu können. Die Aufgaben setzen sich aus Expeditionen, der Verwaltung, der Gestaltung sowie Aufbau der Museen zusammen. Plätschert das Spielgeschehen anfangs noch vor sich hin, wird es schnell komplex, was überfordern kann. Hilfreich ist die manuelle Geschwindigkeitssteuerung, mit der man den Spielablauf ent- und beschleunigen oder gar pausieren kann. Zusätzlich bietet der „Sandbox-Modus“ die Möglichkeit ohne finanzielle Einschränkungen einfach drauf los zu experimentieren.
Das Hauptaugenmerk des Spiels liegt auf der wirtschaftlichen Profitabilität der Museen – das verschafft Spielenden einen guten groben Überblick, was es heißt, ein Museum oder ein ähnliches Etablissement zu betreiben. Dazu müssen Spielende ihre Einnahmen und Ausgaben im Auge behalten. Zum einen müssen die Museen für Besucher/innen attraktiv sein – dabei gilt es möglichst viele Ausstellungsstücke durch Expeditionen zu ergattern, diese zu dekorieren und Spenden zu sammeln sowie höheren Eintritt zu verlangen und die Souvenirpreise steigen zu lassen. Zum anderen gibt es das Personal, das Bedürfnisse hat und dessen Gehalt geregelt werden muss. All das fördert das systematische sowie das strategische Denken. Freiraum für Kreativität bei der Ausrichtung und Gestaltung der Museen ist gegeben.
Leider bietet das Spiel kaum historische oder wissenschaftliche Tiefe und es gibt keine Infos zu den Exponaten. Auch lässt das Spiel eine kritische Auseinandersetzung mit der Museumsethik vermissen. Alles in allem kann das konstruktive, umfangreiche Spiel in seinem sympathischen Comic-Look für Kinder ab 10 Jahren empfohlen werden und eignet sich auch zum gemeinsamen Spielen von Eltern und Kindern (auch, wenn es nur ein Singleplayer-Spiel ist).


